Filmabend am 15.09.09
Die Kunst der Fuge
Dienstag, 15. September 2009, 18.00 Uhr
Filmmuseum Potsdam
| 6,-€
>>> Rezension MAZ...
Dokumantarfilm "Die Kunst der Fuge"
D 2006, Regie/Drehbuch: Stefan Zednik
Kinosaal im Filmmuseum Potsdam
Flucht und Fuge im FilmFilmregisseur Stefan Zednik im Interview (Auszüge):
Wann entstand die Idee, einen Dokumentarfilm über Bachs kompliziertes Werk Kunst der Fuge zu drehen?Die Idee entstand 2001, als ich Matthias Eisenberg in der St. Severin Kirche in Keitum auf der Insel Sylt kennen gelernt habe. Die Lebensgeschichte dieses Musikers, der auf der nördlichsten Orgel Deutschlands musizierte, erschien mir höchst interessant, und vor allem das Thema ›Flucht‹, das den Organisten auf seinem gesamten Lebensweg zu begleiten schien, war hervorragend für einen Film geeignet. Davon ausgehend entwickelte sich die Idee weiter: von der Flucht eines Musikers kam ich auf ›Fuge‹ und schließlich auf Bachs Kunst der Fuge.
Wann begannen die Dreharbeiten für den Film, und wie lange dauerten sie?Man muss dazu sagen, dass es keine Phase gab, in der vier Wochen am Stück oder mehr gedreht wurde. Bereits bei den Vorrecherchen 2002 enstanden einige Szenen, die auch in der Endfassung enthalten sind. Das sind Szenen auf Sylt mit Eisenberg. Rechnet man alle Recherchen hinzu, waren wir insgesamt etwa 2½ Jahre mit den Dreharbeiten für 'Die Kunst der Fuge' beschäftigt.
Weshalb entschieden Sie sich speziell für diese komplizierte Komposition Bachs?Ich bin ein großer Fan von Glenn Gould, der die Kunst der Fuge auf der Orgel eingespielt hatte. Bach selbst schrieb keine Besetzung für das Werk vor. Als sechzehnjähriger Junge hörte ich die Kunst der Fuge zum ersten Mal auf einer Orgel im Konzert, und es war damals sehr schwierig anzuhören. Für einen Mann mit meinen musikalischen Kenntnissen klingt dieses Werk Bachs besonders radikal. Bach komponierte mit einer Kompromisslosigkeit, die ihresgleichen sucht, und nach jahrelanger Recherche ziehe ich folgende Quintessenz: Der damals 60-jährige Bach schlug mit dieser Komposition radikal einen anderen Weg ein, fern von jeder Auftragskomposition. ...
Quelle:
Musikfest-Journal der Internationalen Bachakademie Stuttgart vom 30.08.08